Wer als Schiffsführer in eine Notfallsituation kommt und auf fremde Hilfe angewiesen ist, hat zu diesem Zeitpunkt in der Regel andere Sorgen, als sich um den Bergelohn und weitere Konsequenzen Gedanken zu machen. Zuerst muss die Gefahr gebannt werden. Im Nachhinein ist die Überraschung dann häufig groß, welche Folgen ein Bergungseinsatz haben könnte.

Grundsätzlich hat jeder Anspruch auf einen Bergelohn, der einem anderen Verkehrsteilnehmer in einer Seenotlage erfolgreich hilft. Schließlich wird durch den Einsatz ein größerer Schaden oder gar ein Totalverlust der Yacht vermieden und die Gefahr einer Umweltverschmutzung oder Behinderung der Schifffahrtswege gebannt.

Bergelöhne können bis zu 100 Prozent des Schiffswertes betragen und -  um die Zahlung sicherzustellen – in einer Arrestierung der geborgenen Yacht münden. In diesem Fall müssen Garantien vom Versicherer gestellt werden, um das Schiff aus dem Arrest zu bekommen. Die Verhandlung über den endgültigen Bergelohn endet vor lokalen Gerichten und ein solcher Fall kann sich dann jahrelang hinziehen.

Geregelt werden Löhne für Bergungen und Schlepphilfen durch ein internationales Übereinkommen über die Bergung auf See. Danach haben für die Bemessung des Bergelohns zahlreiche Kriterien Einfluss: beispielsweise die Summe der geretteten Werte, der Aufwand des Bergers und dessen Gefahr, das Wetter- und regionale Bedingungen sowie die genauen Bergemaßnahmen.  Auch eine mögliche Umweltverschmutzung kann von Bedeutung sein.

Pantaenius-Kunden brauchen sich keine Sorgen zu machen, denn Bergungskosten sind im unmittelbar drohenden Schadenfall über die Kasko-Police vollumfänglich gedeckt ohne Summenbegrenzung und ohne Selbstbeteiligung. Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, ist jedoch dringend davon abzuraten, über einen Bergelohn zu verhandeln. Sinnvoller ist es, schnellstmöglich der Versicherer zu kontaktieren und diesem die Verhandlungen zu überlassen. In keinem Fall sollte über konkrete Summen oder Schiffswerte gesprochen und auch keine Vereinbarung unterschrieben werden. Die Schadenmitarbeiter von Pantaenius sind 24 Stunden rund um die Uhr erreichbar und verfügen über umfassende Erfahrung in solchen Situationen.  

Sollte ein Berger sofort auf einer Vereinbarung bestehen, empfiehlt es sich, ausschließlich die so genannte Lloyds Open Form (LOF) zu vereinbaren. Diese offene Vertragsform ist international üblich und kann sogar durch einfachen Zuruf vereinbart werden. Die LOF beinhaltet auf der Basis „no cure – no pay“ auch eine Schiedsgerichtsvereinbarung, die für spätere Auseinandersetzungen eine höhere Rechtssicherheit darstellt.

Richtiges Verhalten bei einer Bergung

 

·      Kontaktieren Sie so früh wie möglich Ihren Versicherer.

·      Treffen Sie keine Vereinbarung zur Bergung! Wenn, dann ausschließlich Lloyd´s Open Form.

·      Vereinbaren Sie keine Bergelöhne und machen Sie keine Aussagen über den Wert Ihrer Yacht.

·      Tragen Sie so viel wie möglich zur Bergung bei.

·      Machen Sie Notizen oder Aufzeichnungen über die genauen Umstände und die Dauer der Bergung.