Es sind oft die kleinen Dinge, die Großes bewirken. Die richtige Pflege und die regelmäßige Kontrolle wichtiger Komponenten tragen nicht nur zum Werterhalt eines Motorbootes oder Segelschiffes bei, sondern beugen auch größeren Schäden wie Wassereinbruch vor.

Was aber selbstverständlich sein sollte, wird nicht selten von den Eignern missachtet – mit teilweise verheerenden Folgen. Hier einige Tipps und Tricks, wie präventiv gegen Schäden und vor allem Wassereinbruch vorgegangen werden kann.

Wasserführende Armaturen

Wasserführende Armaturen, wie Schläuche sowie die entsprechenden Schellen und Ventile müssen regelmäßig kontrolliert werden, da hier häufig die Ursache für Wassereinbrüche liegt. Poröse Schläuche sowie korrodierte Schellen sollten ausgewechselt, die Schellenschrauben von Zeit zu Zeit nachgezogen werden. Ausreichend Ersatzmaterial gehört zu jeder guten Ausrüstung. Nicht zu vergessen: Auch Logge und Echolot sollten immer mal wieder gecheckt und gesäubert werden, denn auch hier kann Wasser ins Schiff eindringen.

Wer regelmäßig die Ventile bedient und gelegentlich reinigt, der verhindert, dass sie sich festsetzen und im Notfall schwergängig oder überhaupt nicht zu bedienen sind. Viele Eigner lassen ihre Seewasserventile durchgängig geöffnet, auch wenn sie ihr Boot im Hafen verlassen. „Das bietet ein ziemlich großes Gefahrenpotenzial. Sehr viele Havarien im Hafen passieren aufgrund offener Seeventile. Ein Schlauch platzt oder eine Schelle bricht, und schon läuft das Schiff langsam aber sicher voll“, berichtet der Pantaenius-Schadenexperte Holger Flindt.

Maschine und Generatoren

Wer über einen Z- oder Saildrive-Antrieb verfügt, der sollte in bestimmten Intervallen die Dichtungsmanschetten auswechseln, da sie teilweise oder komplett unter Wasser liegen und gerade im Salzwasser schnell spröde und brüchig werden. „Die Angaben in der Wartungsanleitung der Hersteller zu den Betriebszeiten der Manschetten sollten durchaus ernst genommen werden“, rät Flindt.

Der Schadenfachmann bestätigt, dass viele Maschinenschäden durch Wartungsmängel entstehen. Gerade durch poröse Dichtungsmanschetten sei es schon häufig zum Wassereinbruch gekommen. Schlimmstenfalls sinkt sogar das Schiff. „Auch wenn es bei Pantaenius nicht der Fall ist, so gibt es doch einige Versicherer, die diesen Folgeschaden aufgrund von Wartungsmängeln von der Deckung ausschließen.“ Totalverlust und dann kein Versicherungsschutz? Schlimmer kann es kaum kommen.

Wer unsicher ist, der sollte im Zweifelsfall auf einen zuverlässigen Servicebetrieb zurückgreifen. Wie im Kfz-Bereich hat jeder Hersteller seine eigenen Vertragsstationen, aber auch unabhängige Servicebetriebe, die fast in jedem Yachthafen zu finden sind, können beauftragt werden.

Die Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit ist besonders wichtig, denn hier kommt es häufig zu Frostschäden. Ganz wichtig sind für Flindt die Kühlkreisläufe: „Maschinen mit einem einfachen Kühlkreislauf müssen komplett entwässert werden. Bei Zweikreisläufern sollte zumindest die Seewasserseite entwässert und die Frostschutzmittel-Konzentration überprüft werden.“ Letzteres gilt auch für Motoren mit einer Außenhautkühlung. Dabei sollte der Anteil des Frostschutzmittels auf minus 35 Grad ausgelegt werden. Beim Nachfüllen von Frostschutzmittel ist zu beachten, dass der Motor gestartet werden muss, um die Flüssigkeit im Kreislauf zu verteilen, andernfalls landet es nur im Auffangbehälter. Also, das Frostschutzmittel bereits nachfüllen, bevor das Schiff ins Winterlager geht.

Kommt es im Kühlkreislauf zu Frostschäden, dann geht häufig nicht nur der Motor kaputt. Nicht selten platzen die Leitungen, über die das Seewasser angesaugt wird: Dann gelangt das Wasser nicht ins Kühlsystem, sondern wird ungehindert ins Boot gepumpt.