Rechte und Pflichten von Yachtversicherung und Kunde

„Ich habe einen Schaden an meinem Boot. Jetzt soll meine Yachtversicherung dafür auch gefälligst zahlen.“ Richtig! Der Versicherer ist dazu verpflichtet, die Regulierung im Rahmen der Versicherungsbedingungen schnellstmöglich vorzunehmen. Aber auch der Kunde hat nicht nur Rechte, sondern ebenso Pflichten.

Diese Pflichten beginnen bereits vor Vertragsabschluss. So muss der Schiffseigner der Versicherung genau und wahrheitsgemäß das erwartete Risiko beschreiben. Heißt im Klartext: Was für ein Schiff soll versichert werden? In welchem Zustand befindet es sich? Wo und wie wird es betrieben? Sprich: Wird das Boot privat oder kommerziell genutzt, welche Fahrtgebiete werden befahren, sollen eventuell Regatten gesegelt werden, usw.?

Der Versicherer muss umfassend beraten

„Auch nach Vertragsabschluss muss uns der Kunde Änderungen, die Einfluss auf die Risikobewertung haben, mitteilen“, erläutert Dirk Hilcken, Koordinator Vertrieb beim Yachtversicherungsspezialisten Pantaenius. „Andernfalls kann sich das negativ auf die Versicherungsleistungen auswirken.“ Umgekehrt muss Pantaenius auf Basis dieser Angaben, den Kunden ganzheitlich beraten. „Diese Beratungspflicht ist sogar gesetzlich vorgeschrieben, um den Verbraucher zu schützen“, so Hilcken. Im Zweifelsfall muss die Versicherung beweisen, dass sie den Kunden auf das Risiko hingewiesen hat, er dieses Risiko aber ausdrücklich nicht abdecken wollte.

Kommt es zum Schadenfall, dann gehen die Pflichten des Kunden noch weiter. So muss der Eigner umgehend seine Versicherung darüber informieren. Aber was heißt eigentlich umgehend? „Das ist schadenabhängig“, sagt der Pantaenius-Spezialist und nennt Beispiele: „Droht ein Schiff zu sinken, dann kann er uns zu jeder Tages- und Nachtzeit auf der Notfall-Hotline anrufen. Wir beraten ihn dann, welche schadenmindernden Maßnahmen eingeleitet werden sollten. Handelt es sich jedoch nur um einen Kratzer an der Außenhaut, dann hat das sicher noch bis Montag Zeit, allerdings nicht bis Montag in drei Monaten.“

Der Weg zu einer schnellen Schadenregulierung

Außerdem muss der Versicherungsnehmer den Schadenhergang schriftlich darlegen und mit Fotos dokumentieren. Hilcken: „Am besten ist es, wenn die Geschehnisse sofort in Stichpunkten aufgeschrieben werden, bevor die Erinnerung verblasst. Dabei geht es nicht um die Beurteilung der Schuldfrage, sondern einfach um eine objektive Darstellung. Auf dieser Basis können wir dann unsererseits den Schadenfall überprüfen und schnellstmöglich regulieren. Das ist nämlich wiederum unsere Pflicht.“

Ein Punkt liegt Hilcken in diesem Zusammenhang besonders am Herzen: „Eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten ist für eine schnelle und professionelle Schadenabwicklung ganz wichtig.“ Er kann das Misstrauen vieler Kunden, die schlechte Erfahrungen mit Versicherungen gemacht haben, verstehen. „Aber bei uns sind sie ja gerade nicht mit studentischen Aushilfen in einem Callcenter verbunden. Hier sitzen Wassersportexperten, die den aufgeregten Kunden beruhigen und schnelle Hilfe leisten wollen. Ich glaube, dass Kunden ein Recht auf diesen Service haben.“