Schweden, Land der Schären, Seen und Wälder, bietet wie kein zweites Land in Europa eine derart abwechslungsreiche Küstenlinie. Bo Bergqvist, Geschäftsführer von Pantaenius Schweden, und seine Mitarbeiterin Kirstin Grosskopf, beide selbst begeisterte Wassersportler, verraten ihre Lieblingsplätze und geben Tipps für einen ganz besonderen Westküstentörn.

Schweden, Land der Schären, Seen und Wälder, bietet wie kein zweites Land in Europa eine derart abwechslungsreiche Küstenlinie. Mehr als 220.000 Inseln, über 3200 Kilometer Küste sowie ausgedehnte Binnenreviere machen Schweden zu einem der beliebtesten Reiseziel von deutschen Seglern und Motorbootfahrern. Aufgrund der Nähe zieht es viele ins südschwedische Schonen. Wer etwas mehr Zeit für seinen Törn hat, der denkt vielleicht zuerst an den Schären-Archipel vor Stockholm oder eine Passage durch den Götakanal. Dabei hat auch die Westküste unglaublich viel zu bieten. Bo Bergqvist, Geschäftsführer von Pantaenius Schweden, und seine Mitarbeiterin Kirstin Grosskopf, beide selbst begeisterte Wassersportler, verraten ihre Lieblingsplätze und geben Tipps für einen ganz besonderen Westküstentörn. Mehr Insider-Wissen geht nicht.

Da wo Schweden den Atlantik küsst, da liegt die Provinz Bohuslän. Hier, ganz im Westen von Schweden, treffen Nordsee und Skagerrak aufeinander, ein Seegebiet, das bei vielen als berüchtigt gilt. An stürmischen Tagen kann es ziemlich ungemütlich werden, denn die Wellen haben von den Britischen Inseln bis nach Schweden freie Bahn. Und trotzdem: Diese Region ist aufgrund seiner wunderschönen, felsigen Küstenlandschaft mit den vielen vorgelagerten Inseln eines der beliebtesten Segelreviere des Landes.

Inmitten des dichten Schärengürtels liegt Marstrand, das vielen vielleicht noch vom Volvo Ocean Race 2008/2009 als spektakuläres Etappenziel in Erinnerung ist. Direkt am Hafen hat Pantaenius Schweden eine Niederlassung, und hier beginnt auch der Törn von Bo und Kirstin.

Carlstens Festung in MarstrandDas mondäne Marstrand als Ausgangspunkt
Marstrand ist der ideale Ausgangspunkt für einen Törn durch die Schärengewässer Bohusläns. Der schicke Urlaubsort zieht viele Leute aus dem nur 40 Kilometer entfernten Göteborg an, die gerne die Strandpromenade mit ihren feinen Restaurants, Galerien und Boutiquen entlang flanieren. Da überrascht es nicht, dass in der Hochsaison auch zahlreiche Segel- und Motorschiffe der Luxusklasse hier festmachen.

Ein absolutes Muss ist ein Spaziergang über die Schären und ein Besuch der Carlstens Festung hoch über Marstrand, von wo aus man einen fantastischen Ausblick hat. Insider-Tipp: ein Kaffee mit „Kanelbulle“ (Zimtschnecke) im Café Berg direkt auf der Pier. Nicht weit entfernt liegt die Galerie Ströms, die für ihre maritimen Bilder bekannt ist. Wer will, kann hier ein Gemälde seiner Yacht malen lassen.

Über den Marstrand-Fjord nach Norden
Von Marstrand aus geht es durch den Hjärterösund, der vorbei an Skärhamn führt. Das enge Fahrwasser wirkt auf dem ersten Blick unpassierbar, ist aber sehr gut markiert. Mit Großsegel und unter Maschine ist die Passage auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis. Vorbei geht es am malerischen Kyrkesund und Mollesund in das innere Fahrwasser der sogenannten „Strömmarna“ – mit der engsten Schärenpassage in Bohuslän – bis nach Bassholmen. Wie der Name sagt, gibt es in diesem Gebiet starke Strömungen, die beim Navigieren unbedingt berücksichtigt werden sollten. Bassholmen liegt in einem Naturreservat und ist eine alte Werftmarina mit langer Tradition. Auf den begrenzten Liegeplätzen wird mit Heckanker gelegen. Die Natur um Bassholmen ist sehr sehenswert und bekannt für die freilaufenden Hengstherden, die alljährlich auf diese Schäre gebracht werden.

Auf dem Weg nach Smögen
Von Bassholmen geht es weiter nach Norden Richtung Smögen. Auf dem Weg dorthin passiert man den hübschen, kleinen Schärenort Lilla Kornö. Er ist bei Yachties beliebt, aber trotzdem findet man in dem Schärenidyll eigentlich immer einen ruhigen Liegeplatz.

Auf der Fahrt nach Smögen sollte man auf jeden Fall an der roten Granit-Leuchtturminsel Hållö festmachen. Das Wasser ist hier glasklar und fischreich – ideal zum Schnorcheln oder Tauchen. Wenige, jedoch sehr geschützte Liegeplätze, finden sich an der Ostseite der Insel. Bei östlichen Winden kann man mit Heckanker auch an den Westschären festmachen. Wer es nicht wagt, die Schäre Hållö anzulaufen, sollte zumindest einen Tagesausflug von Smögen aus machen. Eine kleine Fischerbootfähre fährt die 20-minütige Tour mehrmals am Tag und kostet ca. fünf Euro.

Smögen selbst darf man auf keinen Fall verpassen. Der ganze Ort ist auf Stegen gebaut, im Sommer leider ein turbulenter Partyort, aber dennoch sehr sehenswert. Und kulinarisch ist „Räkor von Smögen“, also die beliebten Atlantikkrabben, ein absolutes Muss.

Auf zu den Wetterinseln
Durch den Sotenkanal geht es weiter nach Fjällbacka, ein malerischer kleiner Küstenort, der durch die Hollywoodlegende Ingrid Bergamman bekannt geworden ist. Sehr zu empfehlen ist ein Spaziergang durch die Canyons zum Nordbjerg. Für den anstrengenden Aufstieg wird man mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Einen tollen Naturliegeplatz findet man auf der Schäre Gluppö mit guten Ankerbedingungen im Südwesten. Die Schäre ist bekannt für die schönen Sandstrände, die bei Niedrigwasser hervortreten.

Ein absolutes Highlight in dieser Gegend sind die Wetterinseln (Väderöarna), eine Gruppe von mehreren Hundert, überwiegend felsigen, roten Granitinseln in den weit gestreckten Schären Fjällbackas. Die Hauptinsel Väderöarna mit den geschützten Anker- und wenigen Liegeplätzen verfügt über eine alte Lotsenstation mit Lotsenturm und herrliche Badeplätze, die man häufig mit Seehunden teilt.


Der Schärengarten um Måseskär  
Nach den Wetterinseln, dem nördlichen Punkt des Törns, geht es nun wieder Richtung Süden. Sehenswert ist auf der Rückreise nach Marstrand auf jeden Fall der Schärengarten um Måseskär. Seit einigen Jahren ist die Insel Käringö leider kein Geheimtipp mehr, aber der Besuch dieses kleinen, wunderhübschen Eilands ist dennoch zu empfehlen. Es gibt eine gute Marina mit geschützten Liegeplätzen, der Außensteg sollte bei Wind wegen des Wellengangs jedoch gemieden werden. Motorboote können zudem im kleinen Fischereihafen vor dem bekannten „Fiskaffär“ (Fischgeschäft) sehr gut liegen. Insider-Tipp: Bei Peterssons Krug gibt es eine fantastische Fischauswahl.

Die Insel selbst bietet wunderschöne Badeplätze, und ein Spaziergang zum Simpsons Gård, dem alten Priesterhaus, ist sehr zu empfehlen. Hier kann man auch eine regionale Spezialität genießen: Eierkuchen mit Erdbeercreme. Übrigens: Schaut man von Käringö auf die Schäre Måseskär mit seiner Wetterstation, kann man mit etwas Glück Orcas beobachten.     

Åstol
Nur zwei Seemeilen nördlich von Marstrand, im Marstrand-Fjord gelegen, befindet sich die Insel Åstol, die eine sehr geschützte Hafenbucht bietet. Bei starkem Nordostwind sollte ein Anlaufen von Åstol allerdings vermieden werden. Die Insel ist noch nicht so überlaufen, und die Liegeplatzgebühren sind noch recht günstig. Die alte Räucherei auf der Hafenmole bietet von Juni bis Mitte August übrigens hervorragenden Fisch an. Zudem gibt es an den Wochenenden regelmäßig Jazzabende – das Programm hängt in der Räucherei – die man nicht verpassen sollte.

Gut 120 Seemeilen ist der Törn-Vorschlag lang, und Interessierte sollten nicht weniger als eine Woche dafür einplanen, um die Schönheit der Landschaft und die kulturelle Vielfalt auch wirklich genießen zu können. Sie wollen mehr über dieses fantastische Segelrevier erfahren? Bo Bergqvist und Kirstin Grosskopf freuen sich über Ihren Besuch bei Pantaenius in Marstrand im Hamngatan 25. Sie geben gerne Tipps und Ratschläge und stehen bei Schwierigkeiten helfend zur Seite.


Was Sie wissen sollten

  • Schwedens Küste ist geprägt von Naturhäfen, die geschützt in den Schären liegen, sowie vielen kleinen bis mittelgroßen Marinas. Bei Sturmwarnungen ist es empfehlenswert, rechtzeitig die Naturliegeplätze zu verlassen, um einen gesicherten Liegeplatz in der Marina zu bekommen. Die Hafenliegeplätze sind bei Schlechtwetter vor allem in der Hochsaison sehr beliebt und deshalb rar.
  • Der Schwede liegt am liebsten im Naturhafen, wo er sein Schiff mit dem Bug an der Schäre und mit einem Heckanker vertäut. Befestigungsmöglichkeiten sind häufig vorhanden und in den Revierführern angegeben. Es empfiehlt sich trotzdem, einen Werkzeugsatz mitzunehmen, der bei allen schwedischen Schiffsausrüstern erhältlich ist. Er besteht aus verschiedenen Eisenhaken, die in die Schären geschlagen werden. Ein Muss für jeden Schärenurlaub.
  • Bei gutem Wetter ist der Außenschärengürtel ein empfehlenswertes Revier. Bei Schlechtwetter und starkem Wind sollte man in den geschützten inneren Schären und den Fjorden bleiben.
  • Gute Navigationskenntnisse sind für die Schären dringend erforderlich. Auch mit Kartenplotter ist das Mitverfolgen auf der klassischen Seekarte erforderlich. Denn die Abweichungen auf der elektronischen Seekarte können einigen Hundert Meter betragen. Hat man einmal die Übersicht verloren, ist es oft schwer, sich wieder zu orientieren. Im Pantaenius-Büro in Schweden sind Grundberührungen somit auch die häufigste Schadensursache.
  • Auf den Inseln gilt wie auf dem Festland das schwedische Jedermannsrecht (Allemannsrätten). Das heißt, Ankern ist überall möglich. Die Gastfreundlichkeit sollte dennoch nicht ausgenutzt und überstrapaziert werden, was leider viel zu oft passiert und immer wieder zu Konflikten führt.

 

 
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