Von Seefahrern einst gefürchtet und verflucht, gehört die Umrundung von Kap Hoorn auch heute noch zu den anspruchsvollsten Schiffspassagen der Welt. Stürmisch und wild, unberechenbar und immer noch gefährlich. Wie gefährlich, verdeutlich die tragische Havarie einer Segelyacht im Dezember 2010.

Seit Jahren schon bietet ein polnischer Segelverein seinen Mitgliedern Segelreisen vom argentinischen Ushuaia am Beagle-Kanal ins Südpolarmeer an. Drei bis vier Wochen dauert so ein Törn, der atemberaubende Eindrücke in einer der unwirklichsten Gegenden dieser Erde verspricht. Das 15 Meter lange Stahlschiff ist für diese Reise bestens ausgerüstet, und die Besatzung ist erfahren und hat schon zahlreiche solcher Reisen durchgeführt.

Auch im Dezember vergangenen Jahres schien es, als ob ein weiterer Törn zum ewigen Eis erfolgreich zu Ende gehen würde. Aber auf dem Rückweg, kurz vor dem Basishafen Ushuaia, geriet die Gruppe in einen schweren Sturm mit meterhohen Wellenbergen. In dieser Gegend sind solche Stürme eigentlich nichts Ungewöhnliches, dieser war jedoch für viele Stunden später vorausgesagt. Und so kam es aufgrund einer Verkettung unglücklicher Umstände zu einer folgenschweren Tragödie, wie Holger Flindt erläutert. Er ist Leiter der Schadenabteilung von Pantaenius Yachtversicherungen, über die das Schiff und die Besatzung versichert waren.  
„Aufgrund der hohen und steilen See – der Wind erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometer – rissen zunächst die Segel. Kurz darauf ging der Treibstoff aus, und die Crew beschloss, Zuflucht in einer Bucht namens Slogget Bay zu suchen.“ Da es dort anfangs noch ruhiger war, ging die Yacht vor Anker und sendete einen Notruf mit der Bitte um Schlepphilfe. „Leider konnte die Schlepphilfe aufgrund der geringen Wassertiefe nicht an das Schiff gelangen. Außerdem verzögerte sich die Rettungsaktion noch zusätzlich, weil sich die chilenische und argentinische Küstenwache nicht über die Zuständigkeit einigen konnten.“ An Deck befand sich zu diesem Zeitpunkt nur noch die Stammbesatzung, die Gäste wurden mit Schwimmwesten unter Deck in Sicherheit gebracht.

Mit der aufsteigenden Flut wurden die Wellen höher und höher und die Yacht kenterte schließlich vor Anker durch. Zwei Mann der Stammcrew gingen bei den Rettungsversuchen über Bord und konnten nur noch tot geborgen werden. Ob sie an Deck angeleint waren oder nicht, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden, da ihre Ausrüstung und Bekleidung durch die Naturgewalten komplett zerstört waren. Meterhohe Brecher schlugen das Schiff immer wieder hin und her bis es auf einem Schelfplateau vor der Küste strandete. Hier wurden die Überlebenden und auch die ertrunkenen Crewmitglieder später von einem argentinischen Hubschrauber entdeckt und geborgen „Solche Fälle berühren einen natürlich sehr, gerade wenn man selbst begeisterter Segler ist“, sagt Flindt. „Dabei fragt man sich immer, wie ein solches Unglück hätte verhindert werden können. Der Crew kann in diesem Fall kein Vorwurf gemacht werden. Trotzdem ist es für uns als Pantaenius eines der wichtigsten Anliegen, die Sicherheit im Wassersport immer weiter zu erhöhen und aus Erfahrungen der Vergangenheit zu lernen.“ Zu diesem Zweck arbeitet der Wassersportspezialist beispielsweise seit Jahren mit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zusammen: Gemeinsam mit den Seenotrettern hat Pantaenius im vergangenen Jahr eine Broschüre zum Thema Sicherheit auf See herausgebracht. Und erst im Januar wurden in Zusammenarbeit mit der Regattagemeinschaft Nordseewoche die Hintergründe und Ereignisse der stürmischen Pantaenius Rund Skagen Regatta 2010 in einer 32-seitigen Broschüre zusammengefasst, damit Segler aus den Erfahrungen anderer Segler lernen können.  Pantaenius-Kunden können die Broschüren  unter Angabe ihrer Kundennummer kostenlos per Email an kundenservice@pantaenius.com anfordern.