Schiffe mögen kein Silvester - Stürmischer Jahreswechsel

„Silvester ist für uns eine arbeitsreiche Zeit“, erklärt Holger Flindt, Leiter der Schadenabteilung von Pantaenius. Erstaunlich, ist der Jahreswechsel doch weder für Segeltörns noch für Winterarbeiten sonderlich geeignet. „Uns machen eher die ganzen Feuerwerkskörper zu schaffen. So ein Silvesterkracher kann ganz schön was anrichten.“

Vorsicht bei abgelaufener Seenotmunition

Allein in Deutschland werden Pantaenius jährlich zwischen 20 und 30 Schäden aus der Silvesternacht gemeldet. Es ist sogar vorgekommen, dass komplette Winterhallen abbrennen. Auch Beschädigungen durch Seenotmunition kommen vor. „Abgelaufene Seenotmunition wird gerne zum Jahreswechsel abgefeuert“, so Flindt. „Aber gerade die Fallschirmraketen bieten ein großes Gefahrenpotenzial, da sie häufig noch glühend zu Boden gehen.“ Auf See, wofür diese Raketen ja gedacht seien, kein Problem! „Da fallen sie einfach ins Wasser. An Land verursachen sie allerdings unschöne Brandspuren oder lösen sogar ein Feuer aus.“

Damit aber nicht genug: So kamen beispielsweise beim Jahreswechsel 2009/2010 zusätzlich auch noch zwei kumulierte Großschäden im Mittelmeer dazu, ausgelöst durch eine ungewöhnliche Windkonstellation. So entstanden in den Yachhäfen in San Remo, Italien, und Cap d’Ail südwestlich von Monaco erhebliche Schäden. Neben den Hafenanlagen wurden rund 100 Yachten in Mitleidenschaft gezogen. Pantaenius schickte umgehend Mitarbeiter aus der Niederlassung in Monaco in die betroffenen Häfen, um die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten und die Schäden aufzunehmen.

Fast zeitgleich wurde Mallorca von einem Sturmtief mit bis zu 10 Windstärken heimgesucht. Besonders stark betroffen: Der Hafen von Port d’Andratx im Westen der Insel. Auch hier waren die Mitarbeiter der Pantaenius-Niederlassung in Palma de Mallorca sofort zur Stelle.

Im Mittelmeer gibt es kaum WinterlagerSilvesterschaden

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Mittelmeerhäfen auch in der Winterzeit gut gefüllt sind. Winterlager wie in Nordeuropa sind hier eher weniger zu finden. Ungewöhnlich ist hingegen, dass zu diesem Zeitpunkt derartige Stürme aufgetreten sind. Das ist eigentlich eher im Herbst beziehungsweise Frühjahr üblich.

Flindt erklärt, warum Stürme im Mittelmeer solche Auswirkungen haben können: „Hier gibt es viele Naturhäfen, die schutzlos der Dünung ausgesetzt sind. Da vielerorts die Schiffe an Moorings festgemacht werden, ist das Risiko umso höher, da sie im Vergleich zu den relativ sicheren Schlengelanlagen in nordeuropäischen Häfen ein deutlich größeres Gefahrenpotenzial bieten.“

Die Schiffe liegen oft dicht an dicht und würden nur durch Fender geschützt. Bei starkem Wind oder Wellengang rutschen diese dann raus oder platzen einfach. Nicht selten seien aber auch die Mooring-Ketten verschlissen und würden bei großer Belastung brechen. Oder die Mooring ist nicht für die Dimensionen der befestigten Yacht ausgelegt. „Oft handelt es sich aber einfach um falsches Handling“, so der Schadenfachmann. Schiffsführer, die mit Moorings nicht vertraut sind, sollten sich deshalb genau erkundigen, wie es richtig gemacht wird.

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