Nachbar, sei wachsam!

Mit der Initiative „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ macht die Polizei seit Jahren bundesweit darauf aufmerksam, in welcher Weise das sicherheitsbewusste Verhalten der Bevölkerung einen Beitrag zu Diebstahl- und Einbruchprävention leisten kann.

Denn viele Straftaten scheitern, weil aufmerksame Nachbarn nicht gleichgültig zur Seite schauen, sondern fremde Personen gegebenenfalls ansprechen oder bei ungewöhnlichen Beobachtungen die Polizei informieren. Dass diese Art der Prävention nicht nur in Wohngegenden, sondern auch in Yachthäfen erfolgreich ist, zeigt das folgende Beispiel.

Nachbar, sei wachsam!Im Frühling 2011 beschäftigte sich die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein an der Schlei mit einer ganzen Einbruchserie. Die Täter hatten es auf Außenbordmotoren abgesehen, die alle zwischen Arnis und Kappel entwendet wurden. Gefasst wurden die Täter letztendlich durch Kommissar Zufall, oder besser gesagt, durch das aufmerksame Verhalten von Bürgern.

Spaziergänger beobachteten zwei junge Männer, wie sie einen Außenbordmotor über ein Feld trugen. Die Beobachtung kam ihnen so merkwürdig vor, dass sie Fotos mit ihrer Handykamera machten. Die Polizei konnte einen der beiden Männer anhand des Fotos sofort identifizieren. Und auch der Außenborder konnte umgehend als Diebesgut erkannt und zugeordnet werden. Die Polizei ließ die mutmaßlichen Täter observieren und machte sie letztendlich dingfest. Und auch die restlichen gestohlenen Außenborder konnten sichergestellt werden. Ohne die Hilfe aus der Bevölkerung würden die beiden Komplizen eventuell noch heute ihr Unwesen an der Schlei treiben.

Dass es aber auch ganz anders laufen kann, wurde beim Diebstahl einer 40-Fuß-Yacht in Glücksburg deutlich. Ein Ehepaar entspannte sich im Yachthafen Quellental auf seinem Boot im Cockpit, als ein Techniker den Steg entlang kam. Er ging auf das Nachbarboot und unterhielt sich auch noch kurz mit dem Ehepaar. Die Leute schöpften keinen Verdacht, da der Mann ein Telefonat mit dem Eigner führte und erklärte, dass er das Boot gefunden habe und sich nun an die Arbeit machen würde. Wie sich später herausstelle, war dieses Telefonat nur vorgetäuscht.

Ohne sich weitere Gedanken zu machen, verließ das Ehepaar später den Yachthafen. Auch andere Zeugen gaben an, dass der Mann einen komplett unauffälligen Eindruck gemacht habe. Dänische Segler erklärten, er hätte sogar ihre Festmacherleinen angenommen und sich mit ihnen auf Dänisch unterhalten.

Dass der Mann alles andere als harmlos war, stellte sich später heraus, als er inklusive der Yacht verschwunden war. Bis heute fehlt von dem Täter und der gestohlenen Yacht jede Spur. Dieses Beispiel zeigt, dass ein gewisses Misstrauen Fremden gegenüber, durchaus berechtigt sein kann.

Klicken Sie hier für Informationen zum Projekt "Einen Augenblick mehr Aufmerksamkeit" der Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein und Pantaenius.