Ob Arrest oder Beschlagnahme, wurde eine Yacht erst einmal durch Behörden festgesetzt, dann hat der Eigner häufig eine Menge Ärger am Hals. Mit der richtigen Versicherung kann jedoch Abhilfe geleistet werden.

Wussten Sie, dass es einen großen Unterschied zwischen einem Arrest und einer Beschlagnahme gibt? So wird ein Arrest als Mittel zur Durchsetzung zivilrechtlicher Forderungen eingesetzt. Im Wassersport kann das beispielsweise der Fall sein, wenn ein Bergungsunternehmen Forderungen wegen Bergungskosten durchsetzen will. Um das Schiff schnell freizubekommen, müssen teilweise hohe Sicherheitsleistungen aufgebracht werden. „Eine gute Yachtkaskoversicherung sollte dieses Risiko abdecken, und zwar in unbegrenzter Höhe“, erläutert Gunnar Brock, Justiziar beim Yachtversicherungsexperten Pantaenius.

Schwieriger wird es jedoch, wenn ein Schiff von den örtlichen Behörden beschlagnahmt wurde. Denn eine Beschlagnahme ist ein strafrechtliches oder polizeiliches Mittel, und das kann heikel werden. Denn dann ist davon auszugehen, dass das Schiff in eine kriminelle Handlung verwickelt ist und deswegen von den Behörden einbehalten, schlimmstenfalls sogar versteigert wird. Hier kann der Eigner, auch wenn er selbst nicht in die Straftat involviert ist, oft lange auf sein Schiff warten. Mit Sicherheitsleistungen lässt sich die Yacht in diesem Fall nicht auslösen. Die Kaskoversicherung hilft hier also nicht weiter. 

In Deutschland erhält der Eigner nach Abschluss der Untersuchung und bei erwiesener Unschuld seine Yacht in der Regel zurück. Das ist aber leider nicht überall so. Es gibt sogar Länder, in denen kaum eine Chance auf Rückgabe besteht, wie der folgende Fall zeigt.

Vor gut einem Jahr wurde eine Bavaria 46 eines deutschen Charterunternehmens, das seine Basis im türkischen Bodrum hat, in griechischen Gewässern aufgebracht und von den dortigen Behörden an die Kette gelegt. Wie sich herausstellte, haben Schleuser die Segelyacht gechartert, um Flüchtlinge in die EU zu schmuggeln. In Kürze wird den Schleusern auf der griechischen Insel Kreta der Prozess gemacht. Ein Jahr hat das Charterunternehmen vergeblich versucht, sein Segelschiff zurückzubekommen. Bisher ohne Erfolg. „In Griechenland nichts Ungewöhnliches“, sagt Brock. „Hier sind die Behörden rigoros. In der Regel werden die Yachten nach wenigen Monaten, ohne den Ausgang des Strafverfahrens abzuwarten, einfach versteigert, und der Eigner steht mit leeren Händen da.“ Nicht in diesem Fall, denn glücklicherweise hat das Charterunternehmen bei Pantaenius eine Zusatzversicherung für Beschlagnahme, Streik und Krieg abgeschlossen. „In Fällen der Beschlagnahme wird nach zwölf Monaten dann die volle Versicherungssumme ausgezahlt“, so der Jurist.
Gunnar Brock wird an dem Prozess in Griechenland teilnehmen, denn hier entscheidet sich auch das weitere Schicksal der Yacht. Der Rechtsanwalt hat begründete Hoffnung, dass er trotzdem das Schiff für Pantaenius zurückbekommen kann. Der Grund: „Vor vier Jahren haben wir es bei einem ähnlichen Fall tatsächlich geschafft. Das war das erste Mal in der griechischen Rechtsgeschichte, dass so etwas gelungen ist.“ Bei dem aktuellen Fall wird das selbe Gericht eine Entscheidung treffen – ein kleiner Hoffnungsschimmer also.

Menschenschmuggel ist in den Gewässern zwischen Griechenland und der Türkei übrigens fast an der Tagesordnung. Vor allem Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Osteuropa versuchen immer wieder, hier über den Wasserweg in die verheißungsvolle Europäische Union zu gelangen. Wie viele es jedes Jahr tatsächlich schaffen, ist schwer zu sagen: Die Masche mit den Charterbooten ist unauffällig. Die Schiffe werden in der Regel von den als Touristen getarnten Schleusern ordnungsgemäß zur Charterbasis zurückgebracht, so dass der Menschenschmuggel häufig unentdeckt bleibt.