Hier lauert die Feuergefahr

Elektrische Anlagen: Die Hauptursache für Feuer an Bord liegt in der Elektrotechnik. Alte Kabel, defekte Isolationen, Korrosion oder verschmutzte Kontakte führen immer wieder zu Kurzschlüssen oder erhöhten Übergangswiderständen. Grundsätzlich gilt: Je älter das Schiff, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines Feuers, das seinen Ursprung in der elektrischen Anlage hat. Außerdem sind besonders warme und feuchte Reviere, wie die Karibik nicht sonderlich geeignet für elektrische Anlagen. Die Kontakte der Bordelektronik sollten regelmäßig überprüft und gegebenenfalls gereinigt werden. Es gibt spezielle Kontaktsprays, die eigens für den Einsatz im maritimen Umfeld geeignet sind und vor nässe- und feuchtigkeitsbedingten Kurzschlüssen, Ausfällen und Korrosion schützen.

Pantry und Kombüse: Häufig verfügen Motor- und Segelschiffe in ihrer Pantry über einen kardanisch aufgehängten Gasherd. Die Gashähne sollten bei Nichtbetrieb immer geschlossen gehalten werden. Das gilt sowohl für den Verschluss an der Gasflasche als auch für den Gashahn in der Pantry und am Herd. Auf diese Weise wird verhindert, dass weiter Gas ausströmt, auch wenn einer der Verschlüsse defekt ist. Die Installation und der Umbau von Gasanlagen darf ausschließlich von einem ausgewiesenen Fachbetrieb vorgenommen werden. Im Schadenfall kann es andernfalls dazu führen, dass der Versicherungsschutz entfällt. Außerdem ist der Betrieb von Gasanlagen einfach zu gefährlich, um den Einbau einem Laien zu überlassen. Eine Gasexplosion kann tödlich enden. Ein weiterer Rat: die Gasanlage alle zwei Jahre von einem Fachmann überprüfen lassen.

Maschinenanlage: Vor allem mit Benzin angetriebene Boote mit einem Innenbordmotor bieten ein gewisses Gefahrenpotenzial. Da Benzin ein flüchtiger Stoff ist, können sich schnell entzündliche Gase bilden. Deshalb ist die Frischluftzufuhr über Lüftungssysteme, sogenannte Blower, sehr wichtig. Andernfalls könnte sich beim Starten des Motors das Benzinluftgemisch entzünden. Die Funktionstüchtigkeit des Blower sollte deshalb regelmäßig kontrolliert werden. 

Heizung und Lüfter: Heizungsanlagen können in vielerlei Hinsicht Ursache für einen Brand sein. So können schon Ölzeug und Segelsäcke, die unachtsam vor einen Auslass geworfen werden, Schmelzschäden herbeiführen. Ein Knick im Lüftungsschlauch führt nicht selten zum Stau heißer Luft, und das bedeutet Brandgefahr, denn in der Regel bestehen Lüftungsschläuche nur aus einer mit Aluminium kaschierten Pappe. Außerdem gehen von den Abgasleitungen erhöhte Risiken aus, da sie besonders heiß werden. Umliegende Kabelbinder können schmelzen und zu einem Kurzschluss führen. Deshalb sollte der Einbau durch einen Fachmann vorgenommen werden. Vorsicht ist auch bei Heizlüftern angesagt, da die offenen Glühdrähte schon häufig zu Bränden geführt haben.    

Brandstiftung: Traurig, aber wahr – Brandstiftung ist immer noch eine sehr häufige Ursache für Feuer. Nicht selten sind die Verursacher einfach nur auf Zerstörung und Vandalismus aus, oft ist aber auch Versicherungsbetrug der Hintergrund. Pantaenius geht davon aus, dass bei zehn bis zwölf Prozent aller Totalverluste durch Brand in irgendeiner Weise der Eigner absichtlich involviert ist. In wirtschaftlich schlechten Zeiten steigt die Quote sogar auf 15 bis 20 Prozent.

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