Für betroffene Eigner ist es ein Schock, für den Yachtversicherungsspezialisten Pantaenius gehört es beinahe zur winterlichen Routine: ein Brand in einem Bootslager. So war es auch Anfang Dezember, als in einer Winterlagerhalle in Orth auf Fehmarn ein Feuer ausbrach. Die Flammen konnten zwar schnell gelöscht werden. Der Schaden durch Rauch, Ruß und Löschwasser war umso größer, wie die umfangreiche Schadenabwicklung von Pantaenius zeigt.

Um den Brand schnell und effektiv zu löschen, hat die Feuerwehr fast die komplette Seitenwand der Bootshalle eingerissen.Es war Sonntag, der 8. Dezember, als bei Lars Bösehans aus der Pantaenius-Schadenabteilung das Telefon klingelte. Er hatte gerade Bereitschaft für die 24/7-Schadenhotline und nahm den Anruf eines Kunden entgegen, der ihm das Feuer meldete.  

35 Segelyachten zwischen zehn und 15 Metern Länge, elf davon bei Pantaenius mit zusammen 950.000 Euro versichert, überwinterten in der Metallhalle im Südwesten von Fehmarn. Durch das schnelle und beherzte Eingreifen der Feuerwehr konnte verhindert werden, dass sich die Flammen ausbreiteten und auf alle Schiffe übergriffen.

Ermittlungen laufen immer noch

Um den entstandenen Schaden aufzunehmen und möglichst schnell konkrete Maßnahmen zu ergreifen, setzte Bösehans umgehend einen Sachverständigen ein. Einziges Problem: Die Polizei hatte die Halle vorerst für Ermittlungsarbeiten gesperrt. Spuren deuteten darauf hin, dass der Brand in direktem Zusammenhang mit einem Einbruch stand.

Es hieß also vorerst warten. Als die Halle dann freigegeben wurde, war schnell klar: Lediglich eine Yacht war ausgebrannt und musste letztendlich als Totalverlust deklariert werden. Alle anderen Boote waren hauptsächlich durch Rauch, Ruß und Löschwasser verschmutzt. „Ein dennoch nicht zu unterschätzender Schaden“, wie Bösehans bestätigt. Denn: Die Yachten von innen und außen zu säubern und die hartnäckigen Kontaminationen auch aus der letzten Ritze zu bekommen, ist ein unglaublicher Aufwand.

Die meisten Yachten wurden innen und außen durch Ruß und Löschwasser stark verschmutzt. „Für uns gehört es zum Service dazu, unsere Kunden bei derartigen Schadenfällen so gut es geht zu unterstützen“, so Bösehans. Deshalb hat er mit Einverständnis der Eigner in kürzester Zeit Hallenplätze bei einer Werft in Großenrode und den Transport dorthin organisiert. Im ersten Schritt mussten die Schiffe für die gründliche Reinigung vorbereitet werden. Dabei war Pantaenius natürlich auf die Unterstützung der Eigner angewiesen. Alle Yachten mussten vollständig ausgeräumt werden, denn die Verschmutzung reichte bis in die letzten Winkel. Ausrüstung, Bettwäsche, Geschirr, Polster – alles musste raus. „Da kommt bei so vielen Yachten ganz schön was zusammen“, bestätigt der Pantaenius-Schadenexperte.

 

Die Reinigung der Yachten wurde von der Werft durchgeführt, eine Spezialfirma übernahm die Säuberung von Textilien wie Polster oder Persenninge. Besonders aufwendig gestaltet sich in der Regel die Reinigung von Elektronikkomponenten wie Navigationsgeräten. Alles in allem zieht sich so eine Aktion über Wochen hin und ist mit sehr hohen Kosten verbunden. 

Jeder Spülmaschinentab wird abgerechnet

Da die Arbeiten immer noch anhalten, kann Bösehans den endgültigen Versicherungsschaden bisher nur schätzen. Er geht von über 310.000 Euro aus. Der Schaden ist natürlich durch die Yachtkaskoversicherung gedeckt. Selbst kleinste Aufwendungen der Eigner, wie beispielsweise Spülmaschinentabs für die Reinigung des Bordgeschirrs, werden erstattet. „Da kann man sich ungefähr vorstellen, wie komplex die Abwicklung eines derartigen Schadenereignisses ist“, so Bösehans. Zudem hat er noch einen Präventionstipp: „Wir empfehlen, die Yachten im Winterlager möglichst vollständig auszuräumen und die Gegenstände beispielsweise im Keller trocken einzulagern.“ Damit würden sie nicht nur vor Staub von Winterarbeiten, Spark und Schimmel geschützt, sondern im Fall der Fälle auch vor Qualm, Ruß und Löschwasser.

Übrigens: Die Untersuchungen der Ermittlungsbehörden zu dem Einbruch und dem damit zusammenhängenden Feuer sind immer noch nicht abgeschlossen. Die Brandursache ist entsprechend immer noch nicht einwandfrei geklärt.   

www.pantaenius.de