Der Winter hat uns voll im Griff, und in den Yachtlagern laufen die Werkzeuge heiß. Denn schneller als gedacht steht der Frühling vor der Tür. Dann sollte alles für den Saisonstart vorbereitet sein. Wir geben ein paar einfache Tipps, welche sicherheitsrelevanten Arbeiten auf keinen Fall vernachlässigt werden sollten.

„Ein absolutes Muss ist die Kontrolle sämtlicher Auslässe für Logge, Lot oder Seeventile“, sagt Axel zu Putlitz-Lürmann, Leiter der Pantaenius-Schadenabteilung. Er rät, einmal den kompletten Rumpf abzugehen und die entsprechenden Funktionen und Einrichtungen zu überprüfen. Sind die Ventile leichtgängig? Sind Schlauchverbindungen eventuell spröde? Sind Schellen verrostet und müssen ausgewechselt werden?

Wir kriegen jedes Jahr im Frühjahr Schadenmeldungen auf den Tisch, bei denen Schiffe nach dem Kranen gesunken sind, weil Seeventile defekt oder wasserführende Leitungen durch Frost geplatzt sind“, so der Schadenexperte von Pantaenius. Manchmal vergäßen Eigner auch einfach, demontierte Schläuche vor dem Kranen wieder anzubauen. Gleiches gelte für den Deckel der Seewasserpumpe oder des Seewasserfilters. Zu Putlitz-Lürmann hat noch mehr Beispiele parat: „Bei einem Fall sank die Yacht, weil der Geber des Echolots nicht akkurat aufgeschraubt war und beim ersten Stampfen in der Welle rausgesprungen ist.“ Es sind also die kleinen Nachlässigkeiten, die letztendlich verheerende Folgen haben können.

Damit der Motor rund läuft
Ein weiterer wichtiger Sicherheitsfaktor ist die Motorenanlage. „Der jährliche Ölwechsel sollte auf keinen Fall vergessen werden“, so zu Putlitz-Lürmann. Zudem müssten Kühlkreisläufe, Schläuche und Verbindungen überprüft werden. Eigner einer Yacht mit Wellenanlage sollten zudem die Dichtigkeit der Stopfbuchse kontrollieren. „Beim Saildrive muss unter Umständen die Manschette ausgewechselt werden, wenn sie spröde ist. In dem Zusammenhang kann gleich gecheckt werden, wann das letzte Mal die Wellendichtringe beim Saildrive ausgewechselt wurden“, rät der Sachverständige.

Ebenfalls nicht zu vergessen ist der Dieseltank. „Gerade im Winter setzt sich am Boden des Tanks Dieselschlamm ab, der im Frühjahr beim ersten Wellengang aufgewirbelt wird und die Filter verstopfen kann. Deshalb sollten bei jeder Betankung immer entsprechende Additive zugeben werden, die die Algen auflösen“, so zu Putlitz-Lürmann.

Elektrik prüfen, Rigg checken
Um die Funktionalität der Bordelektrik sicherzustellen, sollten die entscheidenden Steckverbindungen überprüft werden. „Feuchtigkeit führt häufig zu Korrosion, die aber mit Kontaktspray verhindert werden kann“, erläutert der Pantaenius-Yachtspezialist. Auch der Test von Navigationslampen und der Austausch defekter Leuchtmittel gehörten zum Frühjahrs-Check. Nicht zu vergessen Rettungseinrichtungen wie Schwimmwesten, Feuerlöscher, Seenotmunition und Rettungsinsel. Hier müsse gecheckt werden, ob die Wartungsintervalle eingehalten wurden.

Ebenfalls hoch sensibel, und leider häufig vernachlässigt, ist das Rigg. Zu Putlitz-Lürmann: „ Schon kleinste Haarrisse in Bolzen, Terminals und dem Mastprofil, können zu schwerwiegenden Folgeschäden, schlimmstenfalls zum Mastbruch führen.“ Deshalb die Empfehlung von ihm: „Regelmäßig einen Rigger zurate ziehen, um Schäden frühzeitig zu erkennen.“

Quelle: Segler-Zeitung 12/2015