Das ist mal wieder typisch! Kaum meldet man seiner Versicherung einen größeren Versicherungsschaden, steht auch schon der Sachverständige vor der Tür, zweifelt den Schadenhergang an und setzt alles daran, die Schadensumme zu drücken.

So oder so ähnlich sehen viele Versicherungsnehmer die Aufgabe eines Sachverständigen – nicht nur, wenn es um Yachtversicherungen geht. Aber die Realität sieht in der Regel ganz anders aus, wie Holger Flindt, Leiter der Schadenabteilung des Versicherungsspezialisten Pantaenius zu berichten weiß.

„Wir verfügen innerhalb der Pantaenius Gruppe über fünf Sachverständige, die auf unterschiedlichste Fachgebiete spezialisiert sind und über entsprechende Qualifikationen, Kompetenzen sowie jahrelange Erfahrung verfügen. Bei Bedarf setzen wir darüber hinaus externe Gutachter ein. Unabhängig in welchem Auftrag diese Sachverständigen tätig werden: Die Wahrheitsfindung steht immer im Vordergrund, und das wollen wir gemeinsam mit unserem Kunden beziehungsweise dem Geschädigten erreichen“, so Flindt.

Holger Flindt von Pantaenius Yachtversicherungen„Leere Versprechungen“ mag der ein oder andere denken, aber letztendlich ist der Einsatz eines Sachverständigen in den meisten Fällen für alle Parteien nur von Vorteil. Durch die kompetente Beurteilung des Sachverhalts werden nämlich nicht nur der Schadenhergang und die Schadenhöhe richtig eingeschätzt. Aufgrund seiner Empfehlungen, beispielsweise hinsichtlich Bergung oder der Auswahl einer geeigneten Reparaturwerft, kann der Schaden in vielen Fällen minimiert werden. Und das ist in aller Interesse.

„Ein Versicherungsschaden ist ohne Frage für alle Beteiligten immer eine unangenehme Sache – egal, ob Verursacher, Geschädigter oder Versicherung“, räumt Flindt ein. „Da sind häufig eine Menge Emotionen im Spiel. Deshalb suchen unsere Sachverständigen den Dialog und nicht die Konfrontation, damit alle zu ihrem Recht kommen. Fairness ist dabei oberstes Gebot, sonst sind wir den Kunden ganz schnell los.“ Sollte die andere Partei jedoch versuchen, Sachverhalte zu verschleiern oder zu verdrehen, dann wird der Sachverständige natürlich schnell zum unliebsamen Widersacher. Denn dann handelt es sich häufig um Versicherungsbetrug, und das ist wohlweislich kein Kavaliersdelikt.

Aber nicht nur Versicherungen, Banken oder Gerichte bedienen sich der Kompetenz von Sachverständigen. Gerade im Yachtbereich ist es durchaus ratsam, dass auch Privatpersonen Gutachter zurate ziehen. Das gilt insbesondere beim Kauf eines hochpreisigen Gebrauchtbootes. „Ein kompetenter Sachverständiger kann mit den geeigneten Mitteln beispielsweise schnell feststellen, ob ein Schiff Osmose hat, was für den Laien so nicht erkennbar ist“, berichtet Flindt. Selbst bei teuren Serienschiffen kann es angebracht sein, die Abnahme durch einen anerkannten Sachverständigen durchführen zu lassen. Er weiß, worauf zu achten ist und wo Mängel versteckt sein könnten. Das gilt umso mehr bei exklusiven Einzelbauten. Je nach Größe der Sonderanfertigung ist es nach Ansicht von Flindt nicht nur ratsam, sondern dringend erforderlich, in solchen Fällen einen Yacht-Consultant einzusetzen, der das gesamte Management übernimmt – von der Ausarbeitung des Vertragswerks über die Auswahl der geeigneten Werft bis hin zur Bauaufsicht und Abnahme sowie vieles mehr. „Für den Auftraggeber ist das kaum zu überblicken, geschweige denn zeitlich zu bewältigen. Das kann je nach Schiffsgröße ein Fulltime-Job sein“, bestätigt der Pantaenius-Experte.     

Bleibt nur die Frage: Wie finde ich den geeigneten Sachverständigen? Denn in Deutschland ist der Begriff nicht geschützt, sodass sich letztlich jeder als Sachverständiger bezeichnen darf. Und wie überall gibt es auch hier „Schwarze Schafe“. Im Zweifel kann Pantaenius Empfehlungen aussprechen. „Zu unserem Branchennetzwerk gehören weltweit über 26.000 Kontakte, darunter allein 3000 Sachverständige sämtlicher Fachgebiete auf allen Kontinenten. Da sollte für jeden noch so speziellen Fall etwas dabei sein“, ist Flindt sicher.