Dass Pantaenius mehr ist, als einfach nur ein Unternehmen für Yachtversicherungen, hat der Wassersportspezialist im April dieses Jahres mal wieder unter Beweis gestellt.

Dass Pantaenius mehr ist, als einfach nur ein Unternehmen für Yachtversicherungen, hat der Wassersportspezialist im April dieses Jahres mal wieder unter Beweis gestellt. Am 10. April ging ein Anruf bei der 24/7-Schadenhotline ein. Am Apparat war Volker Weidling, Vorsitzender der Segelkameradschaft Buchholz.

Die Retter von Pantaenius

Eines der Clubschiffe, eine Dufour 385 mit Namen „Heide-Witzka“, sei 500 Seemeilen westlich der Azoren in Seenot geraten. Weidling hatte einen Anruf per Satellitentelefon erhalten. Das Vorstag war bei stürmischem Wetter gebrochen, und nun trieb die Yacht mit der vierköpfigen Besatzung ohne Segel auf dem Atlantik – den Mast lediglich mit Fallen stabilisiert. Zudem ging es der Crew aufgrund des starken Seegangs nicht gut. Das Schiff wollten sie aber auch nicht einfach aufgeben und haben deshalb keinen DSC-Notruf abgesetzt.

Umgehend setzten die Pantaenius-Mitarbeiter alle Hebel in Bewegung. Denn es war klar, dass die Yacht ohne Hilfe von außen kaum eine Chance hatte. Für eine Strecke von 500 Seemeilen sind mindestens 500 Liter Diesel erforderlich. Der Tank der Yacht fasst aber gerade einmal 150 Liter.

Anrufe auf dem Satellitentelefon und Kontaktversuche per E-Mail blieben erfolglos. Auch die Ortung über satellitengestütztes AIS brachte nichts ein. Über viele Stunden war die Yacht nicht erreichbar. Auch das Maritime Rescue Coordination Centre (MRCC) in Ponta Delgada auf der Azoren-Insel São Miguel versuchte ohne Erfolg, Kontakt aufzunehmen und blieb auf Stand-by, um die Besatzung im Notfall abbergen zu können. 

Schnell wurden bei Pantaenius unterschiedlichste Optionen durchgespielt. Einen Schlepper von Ponta Delgada zu schicken, wäre nur mit großer Verzögerung möglich. Ein Speedboot war wegen der großen Distanz auch keine Möglichkeit. Und eine Yacht zu chartern und mit einem Rettungsteam loszuschicken, würde zu viel Vorbereitung brauchen. Also versuchte Pantaenius, sämtliche Yachten aus dem Kundenstamm, die sich in der Nähe befinden könnten, zu kontaktieren.

So konnte Pantaenius über die Überführungsfirma Schoenicke Skipperteam Kontakt zu einer Überführungscrew aufnehmen, die sich mit ihrer Yacht 200 Seemeilen südwestlich der Azoren befanden. Sie konnten die „Heide-Witzka“ zwar nicht selbst erreichen, aber der Skipper hatte eine grandiose Idee. Denn just in diesem Augenblick passierte das spanische Hospitalschiff „Juan de la Cosa“ seine Yacht in westlicher Richtung. Vielleicht könnte die ja helfen.

Pantaenius nahm umgehend Kontakt mit dem Hospitalschiff auf. Der Kapitän war sofort bereit, Hilfe zu leisten. Derzeit gab es keine Hilfsanforderungen von spanischen Fischern oder anderen Seefahrern, für die die Hospitalschiffsflotte auf Stand-by im Atlantik kreuzt. Mithilfe der letzten Positionsmeldung hatte die „Juan de la Cosa“ den Havaristen 24 Stunden später schnell auf dem Radar.
Zwei Tage nach dem Anruf bei ihrem Vereinsvorsitzenden war endlich Hilfe für die Crew der „Heide-Witzka“ in Sicht. Die wurden von der Mannschaft der „Juan de la Cosa“ mit ausreichend Treibstoff und Verpflegung versorgt. Zudem kam ein Arzt an Bord, und die Seeleute halfen, den Mast zu stabilisieren. Und auch bei der Weiterfahrt begleitet das Seeschiff die Yacht und blieb immer in Sichtweite. Zum Glück: Denn zu allem Überfluss erlitt die „Heide-Witzka“ auch noch weitere kleine Havarien am Motor und der Elektronik, die die spanischen Techniker aber schnell beheben konnten.
Am 15. April war es dann endlich soweit: Nach bangen Tagen erreichten die „Heide-Witzka“ und ihre Crew das kleine Azoren-Eiland Flores. Der Dank an die Besatzung der „Juan de la Cosa“ war natürlich riesengroß. Natürlich wurde ihnen ein Ausgleich für ihre Hilfe angeboten, den sie aber dankend ablehnten. Hilfe zu leisten, sei ihr Beruf. Ein großer Dank auch an alle Blauwassersegler, die in die Rettungsaktion involviert wurden und sich über Hilfsmöglichkeiten Gedanken gemacht haben. Das war wirklich tolle Teamarbeit.      

 
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