Es wäre ein wunderbarer Beitrag für die Gemeinschaft aller Segler, wenn es ebenso geräuschlos an seinen Platz im HSC Clubhaus zurückfände.

Es wäre ein wunderbarer Beitrag für die Gemeinschaft aller Segler, wenn es ebenso geräuschlos an seinen Platz im HSC Clubhaus zurückfände.

Das verschwundene Gemälde zeigt die Steganlage des HSC an der Alster um 1928

"Dieses kleine Gemälde könnte vom Wannsee sein. Oder vom Chiemsee. Oder von irgendeinem anderen See. Die Riggs der Jollen ähnelten sich damals so wie heute, die Yachtmode in Weiß und Blau wurde in ganz Deutschland getragen, wie heute republikweit in Bunt. Und doch sehen wir natürlich einen Steg an der Alster vor uns, das spüren wir genau, obwohl das Bild vermutlich aus den zwanziger Jahren stammt.

Tatsächlich ist es ein frühes Zeugnis Hamburger Jollensegelei; es zeigt die Anlage des Hamburger Segel-Clubs um 1927/28. Wer immer den Blick auf die Außenalster im Morgenlicht gemalt hat: Er war dort, er malte, was er sah, und er kannte sich aus. Der Stil des Malers mutet naiv an, ein großer Künstler war er vielleicht nicht. Doch ging es ihm sowieso nicht um den großen Auftritt: Das Original misst nur 40 x 30 Zentimeter.

Trotzdem, oder gerade deshalb, ist ihm ein Kunstwerk geglückt, das noch 100 Jahre später den Betrachter in den Bann zieht. Es zeigt in Öl auf Hartfaser, wie es früher war: die Bohlen des Steges, einen Signalmast mit Startball, J-Jollen mit gesetzten Segeln, darauf wartend, elegant über das Wasser geführt zu werden, und einige Herren beim Betrachten der naturlackierten Schönheiten oder miteinander im Gespräch.

Doch es vermittelt zugleich, was heute so anrührt wie damals: eine erwartungsvolle Stimmung vor dem Sonntagsausflug, eine leise Anspannung vor dem Regattastart oder die stille Freude am so einfachen wie schönen Ensemble aus Wasser, Ufer, Himmel, Segeln und Menschen. Es vermittelt aber vor allem etwas, das in Zeiten der Flexibilität, der Zeitknappheit und des ökonomischen Imperativs in den Hintergrund gerät: Identität und Verbundenheit."

Ein Bild kann Emotionen wecken, Erinnerungen, Assoziationen und Gedanken provozieren – dieses kleine Gemälde aber, den Mitgliedern und Gästen des HSC so sehr vertraut, kann das nicht mehr. Es wurde nämlich, vermutlich einige Tage vor dem Kirschblütenfest im Mai diesen Jahres, gestohlen. Es wäre ein wunderbarer Beitrag für die Gemeinschaft aller Segler, wenn es ebenso geräuschlos an seinen Platz im Clubhaus zurückfände, wie es unlängst von dort abhanden kam."

Der Aufruf stammt aus der Feder des Künstlers und Seglers Hinnerk Bodendieck

 
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