Big Brother is watching you

Durch Diebstahl verschwinden jedes Jahr Motor- und Segelyachten auf der ganzen Welt spurlos und verursachen bei den Versicherern Millionenschäden.

Aber nicht nur der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Für viele Eigner ist der ideelle Wert ihres Schiffes durch keine Versicherungssumme zu ersetzen. Um ihr lieb gewonnenes Kleinod zu schützen, greifen viele Yachtbesitzer zu modernen Tracking-Systemen.

Zahlreiche Hersteller bieten leistungsfähige Geräte an. Der Unterschied liegt in erster Linie in der Übertragung der Positionsdaten. Entweder basieren die Systeme auf Mobilfunk (GSM)- oder auf Satelliten (GPS)-Technologie. GSM-Geräte sind mit einem Preis von rund 500 Euro zwar vergleichsweise günstig, haben aber auch nur einen eingeschränkten Erfassungsradius. Befindet sich das „getrackte“ Boot weiter als 15 Kilometer von der Küste und damit von einer Mobilfunkstation entfernt, können die Positionsdaten nicht mehr aufgefangen werden. Deutlich effizienter sind da satellitenbasierte Systeme, die eine weltweite Abdeckung garantieren, allerdings je nach Hersteller zwischen 800 und 1000 Euro kosten. 

Egal, ob GSM oder GPS, der Eigner kann in der Regel die Positionsdaten seiner Yacht über ein Webportal mit persönlichen Zugangdaten einsehen. Der Betrieb wird nach den eigenen Bedürfnissen individuell konfiguriert. So legt der Anwender beispielsweise fest, in welchen Zeitabständen der Aufenthaltsort abgerufen werden soll. Außerdem kann der Positionsradius bestimmt werden. Privatpersonen legen in der Regel den aktuellen Standort fest. Charterbetreiber geben hingegen häufig ein bestimmtes Seegebiet an, das das Schiff nicht verlassen darf. Bewegt sich das Schiff außerhalb des festgelegten Bereichs, erhält der Eigner per SMS eine Alarmmeldung.

Aufgrund des erhöhten Gefahrenpotenzials gibt es sogar Fahrtgebiete, in denen Yachtversicherer entsprechende Tracking-Systeme verlangen, andernfalls erlischt der Versicherungsschutz. Das Schwarze Meer ist so ein Beispiel: Meldet der Eigner in diesem Gebiet seine Yacht als gestohlen und kann keine entsprechenden Positionsdaten vorweisen, dann sieht er keinen Cent von der Versicherung.

Pantaenius hat bereits positive Erfahrung mit Tracking-Systemen gemacht und dadurch gestohlene Schiffe orten und zurückerlangen können. Holger Flindt, Leiter der Pantaenius-Schadenabteilung hat dazu folgende Tipps: „Bei der Auswahl eines geeigneten Geräts sollte der Eigner darauf achten, dass es mindestens einen Monat komplett unabhängig von einer externen Energiequelle betriebsbereit ist, um jederzeit Positionsdaten übertragen zu können. Es gibt mittlerweile Systeme, die mit einer internen Batterie bis zu ein Jahr lang betrieben werden.“ Außerdem müsse das Gerät natürlich an einem versteckten Ort an Bord angebracht werden. Denn was hilft das beste Tracking-System, wenn die Diebe es einfach ausbauen können und über Bord schmeißen, oder noch besser, beim Nachbarn in der Backskiste verstecken.

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